Der Familien-Bäcker
Bäcker Heinz: Vierländer Backtradition mit Herz, Handwerk und Heimatverbundenheit
Wenn in den Vier- und Marschlanden von gutem Brot die Rede ist, fällt ein Name seit Generationen besonders häufig: Bäcker Heinz. Der familiengeführte Handwerksbetrieb aus Allermöhe steht seit Jahrzehnten für traditionelle Backkunst, regionale Verbundenheit und persönliches Engagement. Heute führt Bäckermeister Heinz Hintelmann das Unternehmen in dritter Generation – und prägt damit nicht nur die regionale Backkultur, sondern auch das gesellschaftliche Leben in den Vierlanden.
Die Geschichte des Unternehmens reicht bis in die 1950er-Jahre zurück. Nachdem Adolf Hintelmann 1955 den Bäckereiladen am Schleusenhörn übernommen hatte, trat sein Sohn Heinz Hintelmann 1974 nach abgeschlossener Ausbildung in den elterlichen Betrieb ein. Zwei Jahre später legte er erfolgreich seine Meisterprüfung ab. Mit Weitblick und Unternehmergeist entwickelte er die Bäckerei kontinuierlich weiter: 1987 eröffnete die Filiale im Grachtenhaus, 1989 folgte eine weitere Filiale im ABC-Center. Seit 1990 firmiert der Gesamtbetrieb unter dem Namen „Bäcker Heinz“, nachdem Heinz Hintelmann die vollständige Verantwortung übernommen hatte. Heute beschäftigt das Unternehmen rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und betreibt fünf Filialen in Hamburg und Umgebung.
Trotz des Wachstums ist sich Bäcker Heinz seinen handwerklichen Wurzeln treu geblieben. In der Backstube in Allermöhe entstehen täglich Brote und Brötchen nach traditionellen Rezepturen, mit eigenem Sauerteig und viel Zeit für Geschmack und Qualität. Die Verwendung regionaler Rohstoffe und die konsequente handwerkliche Herstellung sind dabei feste Bestandteile der Unternehmensphilosophie. Für die hohe Qualität seiner Backwaren wurde Heinz Hintelmann mehrfach ausgezeichnet und erhielt unter anderem zahlreiche Goldmedaillen des Deutschen Brotinstituts.
Besonders bekannt ist Bäcker Heinz für seine kreativen Eigenkreationen. Spezialitäten wie der „Vierländer Urtyp“, die „Vierländer Erdbeersahnetorte“, das „Erdbeerwölkchen“, die „Elbkruste“, der „Elbschipper“ oder der „kleine Heinz“ haben sich weit über die Region hinaus einen Namen gemacht. Auch außergewöhnliche Rekorde gehören zur Unternehmensgeschichte: Mit einem Kopenhagener Rosenkuchen und der größten Matjesbrotscheibe schaffte es Bäcker Heinz sogar ins Guinness-Buch der Rekorde.
Doch Heinz Hintelmann engagiert sich nicht nur für sein Unternehmen. Seit Jahrzehnten setzt er sich aktiv für das Bäckerhandwerk ein. Bereits von 1986 bis 1991 war er Kassierer des Bezirks Bergedorf/Vierlanden der Bäcker-Innung Hamburg. Seit 1991 ist er Bezirksmeister und Mitglied des Gesamtvorstands, seit 1999 Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit und von 2002 bis 2018 zudem stellvertretender Obermeister der Innung. Damit zählt er zu den prägenden Persönlichkeiten des Hamburger Bäckerhandwerks.
Ebenso groß ist sein Einsatz für die Region. Ob Erdbeerfest, Erntedankfest oder Stadteilfest in den Vierlanden bis Bergedorf – Heinz Hintelmann gehört seit vielen Jahren zu den engagierten Mitgestaltern. Besonders das traditionsreiche Vierländer Erdbeerfest trägt seine Handschrift: Als Mitbegründer begleitet er die Veranstaltung seit Jahrzehnten und backt dort regelmäßig sein beliebtes Steinofenbrot im historischen Backhaus des Rieck Hauses. Tausende Besucher erleben dort Jahr für Jahr die Verbindung von regionaler Kultur und lebendigem Bäckerhandwerk.
Dabei endet die Nähe zu den Menschen nicht an der Ladentheke. Bäcker Heinz bildet seit vielen Jahren Nachwuchskräfte aus, beschäftigt einen eigenen Verkaufsfahrer für die Brötchenlieferung bis an die Haustür und gilt als verlässlicher Arbeitgeber in der Region. Wer Heinz Hintelmann kennt, weiß zudem, dass seine Talente weit über Brot und Kuchen hinausreichen: Seine Spanferkel genießen längst Kultstatus und gelten unter Kennern als echter Geheimtipp bei Festen und Veranstaltungen.
Bäcker Heinz steht damit beispielhaft für das, was ein moderner Handwerksbetrieb heute leisten kann: Tradition bewahren, Qualität leben, Verantwortung übernehmen und gleichzeitig fest in der Heimat verwurzelt bleiben. Seit mehr als 70 Jahren ist die Bäckerei ein Stück Vierländer Identität – und Heinz Hintelmann ihr bekanntestes Gesicht.
Inzwischen macht sich der Nachwuchs bereit, um den Betrieb in die Zukunft zu führen. Neben André Hintelmann und Christiane Marquardt sind die Enkel nicht mehr aus der Backstube wegzudenken. Mit großem Eifer unterstützen sie den Betrieb und haben auch noch Spaß dabei – zum großen Glück für die Region, denn wer will schon auf diesen Genuss verzichten?
Geschichte
Heinz Hintelmann erblickt das Licht der Welt
übernahm Adolf Hintelmann den Bäckereiladen im Schleusenhörn von seinem Vorgänger Bäckerei Lindemann.

Erste Schritte in die Arbeitswelt
nach vollendeter Ausbildung von Heinz Hintelmann, nahm er die Arbeit im elterlichen Betrieb auf.